Latein

In Schäftlarn wird Latein als 1. Fremdsprache, das heißt, ab der 5. Jahrgangsstufe unterrichtet. Da Latein sprachhistorisch als Mutter aller romanischen Sprachen bezeichnet werden kann und auch Englisch ca. 60% seines Vokabelanteils aus dem Lateinischen entwickelt hat, ist es unserer Meinung nach für jeden, der mehr als eine Fremdsprache lernen will, sehr sinnvoll, mit Latein zu beginnen: Strukturen und Vokabelstämme, die später gebraucht werden, sind zu Beginn der Spracherwerbsphase so schon einmal gelernt worden. Auch die Fächer Latein und Deutsch arbeiten  ab der  5. Jahrgangsstufe eng zusammen, damit die Kinder eine solide Basis im Bereich der Grammatik und der Ausdrucksweise erhalten. Um zu verhindern, dass das Englisch aus der Grundschule in Vergessenheit gerät, werden in der 5. Jahrgangsstufe zusätzlich 2 Wochenstunden Englischunterricht (ohne Schulaufgaben und ohne Notendruck) erteilt. So kann dieser Grundstock erhalten und erweitert werden. Zudem steht  für Latein und Englisch ein Schuljahr mehr zur Verfügung und die Stoffdichte in der 6. Jahrgangsstufe wird deutlich reduziert.

Klasse 5-8: Spracherwerbsphase

Die  5.-8. Klasse dient dem Erwerb des lateinischen Grundvokabulars und der spezifischen Grammatik. Die Schüler lernen und üben diese zunächst an sehr einfachen, altersgerechten Texten, in denen auch in die Kultur und die Alltagswelt der Römer eingeführt  wird und die Schüler angehalten werden, sich damit auseinanderzusetzen. In Schäftlarn achten wir in enger Zusammenarbeit mit der Nachmittagsbetreuung besonders darauf, dass kein Kind den Anschluss verliert und durch Misserfolgserlebnisse demotiviert wird. Jeder Schüler kann außerdem zweimal in der Woche das Lernbüro Latein besuchen und sich mit Fragen und Problemen an den Fachlehrer wenden. Um Erfolge im Fach Latein erzielen zu können, ist es aber auch wichtig, dass die Schüler von Beginn an bereit sind, sich von Stunde zu Stunde vorzubereiten, das heißt  Fleiß, Engagement und Geduld mitzubringen und am Fach Latein das „Lernen zu lernen.“


Dies wird von Anfang an mit den Kindern trainiert und eingeübt und kann dann ohne Schwierigkeiten auf andere Fächer übertragen werden. Außerdem ist der Lateinunterricht eine  Schule des Sehens, in der durch genaues Lesen die Lesekompetenz gefördert und durch mikroskopisches Textverständnis (nur wenige Zeilen pro Stunde) dem Informationsoverkill und der Weg-Zapp-Mentalität unserer Zeit entgegengesteuert wird.

Klasse 9-10,  bei Weiterführung bis 12: Lektürephase

In der 9. -12. Klasse benutzen die Schüler ihre  Kenntnisse, um lateinische Texte im Original zu übersetzen. In den Mythen Ovids, den Reden eines Cicero, dem Epos eines Vergil und  anderem lernen sie Texte kennen, deren Inhalte Weltliteratur sind
und Erkenntnisse und wesentliche Fragestellungen der Menschen behandeln. Sie sollen einen vertieften Blick auf die kulturellen Wurzeln Europas in Philosophie, Geschichte  und Literatur gewinnen, die umfassende Bedeutung ihres Fortwirkens erfahren und auf dieser Basis einen eigenen Standpunkt entwickeln.
Schüler, die Latein bis zur 12. Jahrgangsstufe belegen, können ihr schriftliches oder mündliches Abitur in diesem Fach ablegen. Die Ergebnisse der Schäftlarner Abiturientinnen und Abiturienten waren in den letzten Jahren  durchwegs erfreulich.

Dass neben all den Ansprüchen und Anforderungen, die dieses  Fach stellt, auch
die Freude an der Arbeit in Schäftlarn nicht zu kurz kommt, mögen die folgenden Aufnahmen aus und um den Lateinunterricht zeigen: