„Das Private ist zugleich das Politische!“

Kurz vor dem Deutsch-Abitur, am 23.03.2026, bekam die Q13 die besondere Möglichkeit, von der Literatin und Performance-Künstlerin Sarah Ines Struck, die zugleich Deutsch-Lehrerin bei uns am Gymnasium ist, Zentrales über die Literaturepoche der Neuen Subjektivität zu lernen. Letztere hat Frau Strucks Mutter mitbegründet.

Als Mitbegründerin und bedeutende Vertreterin der Epoche veröffentlichte ihre Mutter, die bekannte und sehr renommierte Schriftstellerin und Essayistin Karin Struck (*1947; † 2006), seit den 70er Jahren Lyrik und Prosa: Daneben war sie auch Aktivistin und Talkshow-Gast. Zu ihrem Oeuvre zählen: 11 Romane, 3 Bände mit Erzählungen, Essays, Reportagen, 1 Drehbuch zur Verfilmung von „Trennung“. Ihr Nachlass befindet sich im Literaturarchiv der Münchner Stadtbibliothek.

In Alltagssprache geschrieben, behandeln ihre gefühlsbetonten Werke vordergründlich ihre Erlebnisse im privaten Umfeld und ihre Biografie. So erzählt Karin Strucks Debütroman „Klassenliebe“ (1973, Edition Suhrkamp) tagebuchartig von ihrer Kindheit auf dem Bauernhof, ihrer Jugend als Arbeiterin und ihrem mühevollen Alltag bzw. auch von ihrem rasanten Aufstieg in bildungsbürgerliche Kreise. Dabei gewährt sie tiefe Einblicke in ihre persönlichen Gedanken, Gefühle und Sehnsüchte. Letztere werden von Frau Struck auf ansprechende Weise auf Hörbuchniveau vorgetragen, sodass dieses Lebensgefühl der Neuen Subjektivität unter den Schülerinnen und Schülern lebendig wurde.

Karin Struck bricht die Grenze zwischen Politischem und Privaten willentlich auf. Für sie stehen Privates und Politisches in einer unüberwindlichen Beziehung zueinander. Alle subjektiven Erfahrungen, Gefühle und Ängste sind für sie auch Produkt der politischen Außenwelt. 

Wir bedanken uns sehr für Ihren lebendigen Vortrag und die exzellente Lesung, Frau Struck!

Dr. Michael Stierstorfer zusammen mit den Schülern der Q13